Rituelle Tieropferung in Afrika Leben ernährt Leben, Leben führt Leben aus, Leben kriegt Leben, Leben hält Leben. So lautet ein typisch afrikanisches Sprichwort. Die Schlachtung von Tieren ist somit auch in Afrika üblich, da sie für die menschliche Existenz unabdingbar ist. Neben dem reinen Verzehr werden sie allerdings auch zu rituellen Zwecken geopfert. Die Tiere werden nicht etwa nach landläufiger Meinung westlicher Vorstellung einfach nur irgendwie umgebracht und den Göttern dargeboten. Nein, vielmehr handelt es sich hierbei um einen aufwendig gestalteten und sentimental eingerichteten Prozess, welcher strengen Regeln unterliegt damit den Tieren eine schonende Vorbereitung und anschließend ein schneller und kaum spürbarer Exitus gesichert werden kann.
Vor der Opferung erhält so beispielsweise eine Ziege eine gründliche Reinigung nebst Parfümierung. Dabei kommt das Wohlergehen des Tieres nicht zu kurz. Es darf sich noch einmal satt fressen und trinken. Tritt jedoch der Fall ein, dass das Tier die Futteraufnahme verweigert, so ist dies ein Zeichen dafür, dass es noch nicht bereit ist. Augenblicklich muss hierbei das Opfertier verschont und durch ein anderes ersetzt werden. Vor dem eigentlichen Verfahren der Opferung kommen viele Helfer zum Einsatz. Dies soll einen rapiden und reibungslosen Verlauf gewährleisten. Einer hält das Maul des Tieres zu. Ein weiterer hält die Extremitäten und hebt sie an. Ein durch Erfahrung erprobter Dritter führt schließlich eine scharfe Klinge zielgenau durch die Halsschlagader der Ziege. Durch die geneigte Haltung und dem zugehaltenen Maul kann das Blut in Sekundenschnelle Herausfließen und das Tier erfährt ein schnelles und schonendes Ableben ohne von der Prozedur auch im Geringsten etwas mitzubekommen. Die beteiligten Helfer schauen dabei ehrfurchtsvoll weg, denn auch wenn sie wissen, dass der Opfergabe kein Leiden widerfährt, so tun sie dies dennoch aus Respekt. Respekt vor dem Leben. Dies kommt besonders kurz vor der Opferung zum Ausdruck, indem sich alle Beteiligten für Ihre bevorstehende Tat persönlich bei dem Tier entschuldigen. Denn Leben ernährt Leben und soll und muss auch bei einer rituellen Opferung geachtet werden. |